Der Verhütungsring: drei Wochen tragen, eine Woche Pause
Der Verhütungsring, auch Vaginalring genannt, ist ein biegsamer Kunststoffring, der in der Scheide laufend kleine Mengen Ethinylestradiol und Etonogestrel abgibt. Er zählt wie die Kombinationspille zur kombinierten hormonellen Verhütung, wird aber nur einmal im Monat gewechselt. In Österreich sind drei Ringe zugelassen, die dieselben Hormonmengen abgeben, alle rezeptpflichtig.
So wirkt der Ring
Der Ring hat laut gesundheit.gv.at einen Durchmesser von etwa 5 Zentimetern und ist 4 Millimeter dick. Laut Fachinformation gibt er pro 24 Stunden im Durchschnitt 0,015 mg Ethinylestradiol und 0,120 mg Etonogestrel ab, die über die Scheidenschleimhaut ins Blut gelangen. Wie die Pille hemmt er in erster Linie den Eisprung; außerdem verändert er den Schleim im Gebärmutterhals und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
Im Arzneispezialitätenregister des BASG sind drei Ringe eingetragen: NuvaRing, FemLoop und GinoRing. Sie geben dieselben Hormonmengen ab, ihre Fachinformationen beschreiben dieselben Regeln für Anwendung, Herausrutschen und Verschieben der Blutung, und alle drei sind rezeptpflichtig. Ein Unterschied betrifft die Lagerung, dazu mehr in den Fragen unten.
Anwendung: drei Wochen Ring, eine Woche Pause
Sie legen den Ring selbst ein: zusammendrücken und in die Scheide schieben, bis er angenehm sitzt. Die genaue Lage ist laut Fachinformation für die Wirkung nicht entscheidend. Er bleibt drei Wochen ohne Unterbrechung liegen und wird am selben Wochentag, ungefähr zur selben Uhrzeit, wieder entfernt. Nach einer ringfreien Woche folgt ein neuer Ring, auch wenn die Abbruchblutung, die meist zwei bis drei Tage nach dem Entfernen beginnt, noch nicht ganz vorbei ist. Den gebrauchten Ring geben Sie im Beutel in den Mistkübel, nicht in die Toilette.
Die Fachinformation rät, regelmäßig zu prüfen, ob der Ring noch an seinem Platz ist, zum Beispiel vor und nach dem Geschlechtsverkehr. Als zusätzliche Verhütung eignet sich ein Kondom für den Mann; Diaphragma, Zervixkappe oder Frauenkondom können durch den Ring behindert werden und sind dafür nicht geeignet. Tampons verändern die Hormonaufnahme nicht, beim Entfernen eines Tampons kann der Ring aber selten mit herausrutschen. Laut Fachinformation soll der Arzt das Einlegen und Entfernen erklären; die Packungsbeilage zeigt beides zusätzlich mit Abbildungen.
Ab wann der Ring schützt
Haben Sie im Vormonat nicht hormonell verhütet, legen Sie den ersten Ring am ersten Tag der Regelblutung ein. Ein Beginn an Tag 2 bis 5 ist möglich; dann verwenden Sie in den ersten sieben Tagen zusätzlich eine Barrieremethode. Beim Umstieg von einer Kombinationspille oder einem Pflaster legen Sie den Ring spätestens am Tag nach der üblichen Pause ein, die Pause der bisherigen Methode darf dabei nie verlängert werden. Von einer Minipille können Sie an jedem Tag wechseln, von einem Implantat oder einer Hormonspirale am Tag der Entfernung, jeweils mit sieben Tagen zusätzlichem Schutz.
Nach einer Geburt nennt die Fachinformation die vierte Woche als Beginn. In der Stillzeit wird der Ring aber generell nicht empfohlen, weil Östrogene die Milchmenge verringern können.
Wenn der Ring herausgerutscht ist
Herausrutschen kann der Ring laut Fachinformation, wenn er nicht richtig eingelegt wurde, beim Entfernen eines Tampons, beim Geschlechtsverkehr oder bei starker Verstopfung. Spülen Sie ihn mit kaltem bis lauwarmem Wasser ab, nicht heiß und ohne Seife, und legen Sie ihn wieder ein. Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie lange er draußen war und in welcher Woche es passiert ist.
Je länger der Ring draußen war und je näher die ringfreie Woche liegt, desto höher ist laut Fachinformation das Risiko einer Schwangerschaft. Gab es in dieser Zeit ungeschützten Verkehr, kommt die Pille danach infrage. Sie ist in Österreich rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und muss laut gesundheit.gv.at so früh wie möglich genommen werden, mit Levonorgestrel spätestens 72 Stunden, mit Ulipristalacetat spätestens 120 Stunden nach dem Verkehr. Mehr dazu unter Pille danach.
| Situation | Was zu tun ist | Zusätzlicher Schutz |
|---|---|---|
| Weniger als 3 Stunden außerhalb der Scheide | abspülen und wieder einlegen, spätestens bevor 3 Stunden vergangen sind | nicht nötig |
| Mehr als 3 Stunden in Woche 1 oder 2 | wieder einlegen, sobald Sie es bemerken | Kondom, bis der Ring 7 Tage ohne Unterbrechung lag |
| Mehr als 3 Stunden in Woche 3 | Ring entsorgen und entweder gleich einen neuen einlegen (Beginn einer neuen 3-Wochen-Phase) oder die Abbruchblutung abwarten und spätestens 7 Tage nach dem Herausrutschen einen neuen einlegen | in der Fachinformation keiner genannt; die zweite Möglichkeit nur, wenn der Ring die 7 Tage davor ohne Unterbrechung lag |
| Unklar, wie lange er draußen war | an eine Schwangerschaft denken und vor dem neuen Ring einen Schwangerschaftstest machen | ärztlich klären |
Ring zu spät gewechselt oder zu lange getragen
Ist die ringfreie Woche länger geworden, legen Sie den neuen Ring ein, sobald Sie es bemerken, und verwenden sieben Tage lang zusätzlich ein Kondom. Gab es in der ringfreien Zeit Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich, und das Risiko steigt mit der Länge der Pause. Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at nennt einen zu spät eingesetzten neuen Ring als Situation mit besonders hohem Risiko.
Umgekehrt bleibt der Schutz laut Fachinformation erhalten, wenn ein Ring bis zu vier Wochen getragen wurde; danach folgen wie gewohnt die ringfreie Woche und ein neuer Ring. Lag er länger als vier Wochen, ist vor dem nächsten Ring eine Schwangerschaft auszuschließen. Dasselbe gilt, wenn nach einer solchen Abweichung die Abbruchblutung in der ringfreien Woche ausbleibt.
Thromboserisiko und Gegenanzeigen
Der Ring ist eine kombinierte hormonelle Verhütung und erhöht wie die Pille das Risiko für Venenthrombosen. Laut Fachinformation von NuvaRing erleiden ohne solche Verhütung etwa 2 von 10.000 Frauen pro Jahr eine venöse Thromboembolie, mit einer Levonorgestrel-Pille etwa 5 bis 7. Für den Ring sind die Studien widersprüchlich, von keinem Anstieg bis fast zum Doppelten im Vergleich zur Levonorgestrel-Pille; das entspricht etwa 6 bis 12 von 10.000 Frauen pro Jahr. Am höchsten ist das Risiko im ersten Anwendungsjahr; außerdem gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko nach einer Pause von vier Wochen oder mehr. Frauen über 35, die rauchen, wird dringend eine andere Methode empfohlen; weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bluthochdruck, Migräne, Operationen mit Bettruhe und Thrombosen in der Familie. Wie das Risiko bei den Pillen aussieht, zeigt Antibabypille.
Nicht verwendet werden darf der Ring unter anderem bei einer früheren oder bestehenden Thrombose, einer bekannten Gerinnungsneigung, nach Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Migräne mit Aura, schwerem Bluthochdruck, Diabetes mit Gefäßschäden, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung mit stark erhöhten Blutfetten, schweren Lebererkrankungen, hormonabhängigen Tumoren und ungeklärten Blutungen. Bei Warnzeichen wie einem einseitig geschwollenen, schmerzenden Bein, plötzlicher Atemnot, Brustschmerz oder plötzlichen Seh-, Sprach- oder Bewegungsstörungen entfernen Sie den Ring und rufen die Rettung unter 144.
Nebenwirkungen und Vorteile im Alltag
In den Studien mit NuvaRing waren Kopfschmerzen, Scheideninfektionen und vaginaler Ausfluss mit je 5 bis 6 Prozent der Frauen die häufigsten Nebenwirkungen. Ebenfalls als häufig gelten unter anderem Depression, verminderte Libido, Migräne, Bauchschmerzen, Übelkeit, Akne, Brustspannen, Regelschmerzen, Gewichtszunahme sowie Unbehagen beim Tragen und ein Ausstoßen des Rings. Gelegentlich treten ein Fremdkörpergefühl, Blutungen beim Geschlechtsverkehr oder Scheidentrockenheit auf; bei Partnern wurden Beschwerden am Penis gemeldet. Bei Stimmungsveränderungen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Vorteile nennt gesundheit.gv.at ebenfalls: Der Ring muss nicht täglich bedacht werden, Erbrechen und Durchfall beeinträchtigen seine Wirkung nicht, er ist auf Fernreisen einfach anzuwenden, und durch den festen Wechselrhythmus ist gut absehbar, wann die Blutung kommt, die zudem schwächer und kürzer ausfallen kann. Die Wirkung abschwächen können dagegen bestimmte Arzneimittel, etwa gegen Epilepsie oder Tuberkulose, und Johanniskraut. Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt der Ring nicht.
Rezept für den Ring online anfragen
Haben Sie den Ring bisher gut vertragen, ist die Folgeverordnung der einfachste Fall. Ein erstmaliger Beginn ist ebenfalls möglich; ob eine Verordnung infrage kommt, entscheidet der Arzt im Einzelfall. Sie beantworten Fragen zu Präparat und Krankengeschichte und bezahlen das Honorar online. Die Angaben prüft lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301). Video, Telefonat oder Chat gibt es nicht. Fehlende Werte, etwa ein aktueller Blutdruck, werden über die Plattform nachgefordert; manchmal empfiehlt der Arzt auch eine Untersuchung in einer Ordination. Einen Anspruch auf ein Rezept gibt es nicht.
Ist die Beurteilung positiv, bekommen Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail. In Österreich wird es wie ein Privatrezept behandelt, den Ring bezahlen Sie also selbst, und ob die Apotheke das Rezept einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker. Legen Sie es binnen eines Monats nach dem Ausstellungsdatum vor. Arzneimittel versenden wir nicht.
Kann der Verhütungsring beim Sex herausrutschen?
Ja, die Fachinformation nennt den Geschlechtsverkehr als eine der Situationen, in denen der Ring ausgestoßen werden kann. Prüfen Sie deshalb danach, ob er noch richtig liegt. War er weniger als 3 Stunden draußen, spülen Sie ihn ab und legen ihn wieder ein; der Schutz bleibt erhalten.
Darf ich mit dem Ring Tampons verwenden?
Ja. Laut Fachinformation haben Tampons keinen Einfluss auf die Aufnahme der Hormone. Beim Herausziehen eines Tampons kann der Ring in seltenen Fällen mit herausrutschen, achten Sie also darauf, ob er noch an seinem Platz ist.
Wie sicher ist der Verhütungsring?
In den Zulassungsstudien von NuvaRing lag der Pearl-Index bei 0,96, wenn Anwendungsfehler mitgezählt wurden, und bei 0,64 für das reine Methodenversagen. Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at gibt als Orientierung weniger als eine Schwangerschaft pro 100 Frauen im ersten Jahr bei richtiger Anwendung an, mit Anwendungsfehlern bis zu sieben.
Muss der Verhütungsring gekühlt werden?
Das hängt vom Präparat ab. NuvaRing lagert bis zur Abgabe im Kühlschrank; danach ist er laut Fachinformation 4 Monate haltbar, nicht über 30 °C, und muss innerhalb dieser Frist eingelegt werden. Für FemLoop und GinoRing sind keine besonderen Temperaturbedingungen nötig; sie bleiben zum Lichtschutz in der Originalverpackung.
Kann ich mit dem Ring die Periode verschieben?
Die Fachinformationen erlauben das in Ausnahmefällen: Sie legen ohne ringfreie Woche gleich einen neuen Ring ein, der bis zu drei Wochen getragen werden kann. Dabei können Schmier- oder Durchbruchblutungen auftreten. Danach folgen wieder die übliche Pause und der normale Rhythmus. Details unter Periode verschieben.
Gibt es den Verhütungsring ohne Rezept?
Nein. NuvaRing, FemLoop und GinoRing sind im Arzneispezialitätenregister des BASG als rezeptpflichtig eingetragen.
- Fachinformation NuvaRing vaginales Wirkstofffreisetzungssystem (BASG, Abschnitte 4.2 bis 4.8, 5.1 und 6.4)
- Fachinformation FemLoop Vaginalring (BASG, Abschnitte 4.2 und 6.4)
- Fachinformation GinoRing Vaginalring (BASG, Abschnitte 4.2 und 6.4)
- gesundheit.gv.at: Der Vaginalring
- gesundheit.gv.at: Pille danach