Moniq Gynial mono, die Minipille mit 75 Mikrogramm Desogestrel

Moniq Gynial mono enthält als einzigen Wirkstoff 75 Mikrogramm Desogestrel und kommt ohne Östrogen aus. Anders als herkömmliche Minipillen unterdrückt sie vor allem den Eisprung, und eine vergessene Tablette lässt sich innerhalb eines Zeitfensters von 12 Stunden nachholen. In Österreich ist sie rezeptpflichtig. Hier lesen Sie, wie sie eingenommen wird, welche Blutungen zu erwarten sind und was in der Stillzeit gilt.

Wie Desogestrel ohne Östrogen verhütet

Moniq Gynial mono ist eine reine Gestagenpille, umgangssprachlich Minipille. Jede weiße, runde Filmtablette enthält 75 Mikrogramm Desogestrel, das im Körper zum wirksamen Etonogestrel umgewandelt wird, außerdem Lactose als Hilfsstoff. Östrogen ist keines enthalten. Die Fachinformation nennt das Präparat deshalb ausdrücklich als Möglichkeit für Frauen, die keine Östrogene anwenden dürfen oder möchten. Was Minipillen allgemein ausmacht, erklärt der Ratgeber Minipille.

Herkömmliche Minipillen wirken vor allem über einen zäheren Schleim im Gebärmutterhals, ein Eisprung findet unter ihnen häufig trotzdem statt. Bei Desogestrel steht dagegen die Hemmung des Eisprungs im Vordergrund, der zähere Schleim kommt hinzu. In einer Studie über zwei Zyklen kam es nur bei 1 von 103 Frauen zu einem Eisprung. Nach dem Absetzen setzte er im Mittel nach 17 Tagen wieder ein, die Spanne lag zwischen 7 und 30 Tagen. In einer Vergleichsstudie, in der eine Tablette höchstens drei Stunden zu spät genommen werden durfte, ergab sich ein Pearl-Index von 0,4, gegenüber 1,6 für eine Minipille mit 30 Mikrogramm Levonorgestrel.

Einnahme jeden Tag, auch während einer Blutung

Die erste Tablette wird am ersten Tag der Regelblutung eingenommen, danach täglich eine, sodass zwischen zwei Tabletten immer 24 Stunden liegen. Eine Pause gibt es nicht: Ist der Blister mit 28 Tabletten aufgebraucht, folgt am nächsten Tag der neue, auch wenn gerade eine Blutung läuft. Die Zuverlässigkeit kann laut Fachinformation sinken, sobald zwischen zwei Tabletten mehr als 36 Stunden liegen; je mehr aufeinanderfolgende Tabletten vergessen werden, desto höher ist laut Gebrauchsinformation das Risiko.

Wer kurz nach der Tablette, binnen drei bis vier Stunden, erbricht, starken Durchfall hat oder Aktivkohle einnimmt, hat den Wirkstoff möglicherweise nicht vollständig aufgenommen und folgt den Regeln für eine vergessene Tablette. Für Beginn, Wechsel und Verspätung gilt nach Fach- und Gebrauchsinformation:

SituationVorgehen
Erster Start ohne hormonelle Verhütung im Monat davorAm 1. Tag der Regelblutung beginnen; bei einem Beginn an Tag 2 bis 5 in den ersten 7 Tagen zusätzlich verhüten
Wechsel von Kombinationspille, Vaginalring oder PflasterAm Tag nach der letzten Wirkstofftablette oder am Tag der Entfernung beginnen, dann ohne zusätzlichen Schutz; bei Beginn erst nach der üblichen Pause 7 Tage zusätzlich verhüten
Tablette weniger als 12 Stunden zu spätGleich einnehmen, die nächste zur gewohnten Zeit; die Zuverlässigkeit ist laut Gebrauchsinformation noch gegeben
Tablette mehr als 12 Stunden zu spätDie letzte vergessene Tablette gleich einnehmen, die nächsten zur gewohnten Zeit und 7 Tage zusätzlich verhüten; bei vergessenen Tabletten in der ersten Woche und Geschlechtsverkehr in der Woche davor ist eine Schwangerschaft möglich

Blutungen unter Moniq: was zu erwarten ist

Die in den Studien am häufigsten berichtete Nebenwirkung betraf die Blutungen. Bis zu 50 Prozent der Frauen, die Desogestrel einnahmen, hatten unregelmäßige Blutungen. Weil der Eisprung nahezu vollständig gehemmt wird, sind Zwischenblutungen häufiger als bei anderen Minipillen. Bei 20 bis 30 Prozent der Frauen kamen Blutungen öfter vor, bei weiteren 20 Prozent seltener oder gar nicht; einzelne Blutungen können auch länger dauern. Nach einigen Monaten werden sie tendenziell seltener, und ein Blutungstagebuch kann laut Fachinformation helfen, mit dem Muster umzugehen.

Sind die Blutungen sehr häufig und sehr unregelmäßig, ist eine andere Methode zu erwägen, und halten die Beschwerden an, muss eine organische Ursache ausgeschlossen werden. Bleibt die Blutung aus, hängt das weitere Vorgehen davon ab, ob die Tabletten regelmäßig genommen wurden; im Zweifel klärt ein Schwangerschaftstest. Bei ausbleibender Blutung oder Unterleibsschmerzen ist laut Fachinformation auch an eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter zu denken, das gehört rasch ärztlich abgeklärt.

Für wen Moniq Gynial mono gedacht ist

Zugelassen ist das Präparat für erwachsene Frauen; Studien bei Jugendlichen unter 18 Jahren gibt es laut Fachinformation nicht. Weil kein Östrogen enthalten ist, ist die Liste der Gegenanzeigen deutlich kürzer als bei einer Kombinationspille, Rauchen und Migräne mit Aura stehen nicht darin. Bei bestimmten Vorerkrankungen verlangt die Fachinformation trotzdem eine sorgfältige Abwägung: Wer früher eine Thrombose hatte, soll auf ein mögliches Wiederauftreten hingewiesen werden, bei Diabetes ist in den ersten Monaten eine sorgfältige Kontrolle vorgesehen, und entwickelt sich ein anhaltender Bluthochdruck, ist ein Absetzen zu erwägen. Ob der gesenkte Estradiolspiegel die Knochendichte beeinflusst, ist nicht bekannt.

Nicht eingenommen werden darf Moniq Gynial mono bei:

  • einer bestehenden Thrombose oder Lungenembolie
  • schweren Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
  • bestehenden oder vermuteten bösartigen Tumoren, deren Wachstum von Geschlechtshormonen abhängt
  • ungeklärten Blutungen aus der Scheide
  • Überempfindlichkeit gegen Desogestrel oder einen der Hilfsstoffe

Stillzeit und die Wochen nach der Geburt

In der Stillzeit kann Moniq Gynial mono laut Fachinformation angewendet werden. In klinischen Studien zeigte sich kein Einfluss auf Menge oder Zusammensetzung der Muttermilch, nach der Markteinführung wurde aber in seltenen Fällen über weniger Milch berichtet. Geringe Mengen Etonogestrel gehen in die Milch über, geschätzt 0,01 bis 0,05 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes und Tag. Begrenzte Langzeitdaten zu gestillten Kindern, die bis zum Alter von 1,5 oder 2,5 Jahren nachbeobachtet wurden, zeigten in Wachstum und Entwicklung keine Unterschiede zu Kindern von Müttern mit Kupferspirale; Wachstum und Entwicklung sollen trotzdem sorgfältig verfolgt werden.

Nach einer Geburt beginnt die Einnahme an einem Tag zwischen dem 21. und dem 28. Tag. Wer später beginnt, verhütet in der ersten Woche zusätzlich mit einer Barrieremethode. Gab es bereits Geschlechtsverkehr, muss vorher eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste Regelblutung abgewartet werden.

Weitere Nebenwirkungen und Warnzeichen

Neben den Blutungsstörungen wurden in den Studien mit Desogestrel am häufigsten, bei mehr als 2,5 Prozent der Frauen, Akne, Stimmungsschwankungen, Brustschmerzen, Übelkeit und Gewichtszunahme berichtet. Zur Gruppe häufig (1 bis 10 von 100 Frauen) zählen laut Fachinformation außerdem depressive Verstimmung, verminderte Libido, Kopfschmerzen und das Ausbleiben der Blutung. Gelegentlich treten vaginale Infektionen, Erbrechen, Haarausfall, Regelschmerzen, Eierstockzysten, Müdigkeit oder Probleme mit Kontaktlinsen auf, und es kann zu einer Absonderung aus der Brustdrüse kommen.

Depressive Verstimmungen sind bei hormoneller Verhütung bekannt und können schwer verlaufen; Depressionen sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Sprechen Sie Stimmungsveränderungen ärztlich an, auch wenn sie schon kurz nach Behandlungsbeginn auftreten. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 142 erreichbar, im Notfall die Rettung unter 144. Bei Zeichen einer Thrombose wird die Einnahme beendet, und bei einer Ruhigstellung nach Operation oder Krankheit ist ein Absetzen zu erwägen. Welche Bedeutung das von Kombinationspillen bekannte Thromboserisiko für Desogestrel ohne Östrogen hat, ist laut Fachinformation nicht bekannt.

Desogestrel 75 Mikrogramm unter anderen Namen

Desogestrel in derselben Menge ist in Österreich unter mehreren Namen registriert, alle rezeptpflichtig. Für Cerazette nennt die Fachinformation in der Vergleichsstudie denselben Pearl-Index von 0,4. Bei Desofemono ist laut Register die Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet. Eine östrogenfreie Pille mit einem anderen Gestagen ist Lyzbet mit 4 mg Drospirenon; bei ihr kann laut Fachinformation erst eine Verspätung von mehr als 24 Stunden den Schutz herabsetzen. Mit 75 Mikrogramm Desogestrel sind außerdem eingetragen:

  • Cerazette 75 Mikrogramm Filmtabletten
  • Cycle ratiopharm 75 Mikrogramm Filmtabletten
  • Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten
  • Grystella 75 Mikrogramm Filmtabletten
  • Tangolita 75 Mikrogramm Filmtabletten

Wechselwirkungen, die den Schutz kosten können

Arzneimittel, die Leberenzyme anregen, senken den Spiegel von Etonogestrel und können zu Zwischenblutungen oder einem Versagen der Verhütung führen. Genannt werden unter anderem Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin und Efavirenz, möglicherweise auch Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat, Rifabutin und Johanniskraut. Während einer kurzen Behandlung und bis 28 Tage danach ist zusätzlich eine mechanische Methode wie das Kondom nötig; bei einer Dauertherapie ist laut Fachinformation eine Methode zu erwägen, die von solchen Mitteln nicht beeinflusst wird.

Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4, etwa Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Fluconazol oder Erythromycin, können den Spiegel dagegen erhöhen. Umgekehrt kann die Minipille den Spiegel des Epilepsiemittels Lamotrigin senken.

So läuft die Anfrage für die Minipille

Bei der Leistung Empfängnisverhütung füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus, und der Arzt prüft, ob Moniq Gynial mono für Sie infrage kommt. Er braucht dafür den Namen von Ihrer Packung, Angaben zu Vorerkrankungen wie Thrombosen oder Lebererkrankungen, alle laufenden Medikamente und die Information, ob Sie stillen. Vor einem Neubeginn empfiehlt die Fachinformation eine sorgfältige Anamnese und eine gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss einer Schwangerschaft; sehr seltene oder ausbleibende Regelblutungen sind vor der ersten Verschreibung abzuklären. Am einfachsten ist deshalb die Fortführung einer bereits verordneten Minipille. Bei einem Neubeginn kann der Arzt Unterlagen über die Plattform nachfordern oder eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen.

Ein Gespräch per Video oder Telefon gibt es nicht, und ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie das Rezept als PDF an Ihre E-Mail-Adresse. Mit dem Ausdruck gehen Sie binnen eines Monats nach dem Ausstellungsdatum in eine Apotheke; über die Abgabe entscheidet dort die Apothekerin oder der Apotheker, die Minipille selbst zahlen Sie aus eigener Tasche. Wie die Anfrage Schritt für Schritt abläuft, steht unter Verhütung.

Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Für Ihren konkreten Fall bleibt die ärztliche Einschätzung maßgeblich, nicht dieser Beitrag.

Ist Moniq Gynial mono eine Minipille?

Ja. Sie enthält nur ein Gestagen, Desogestrel, und kein Östrogen und wird ohne Pause eingenommen. Anders als herkömmliche Minipillen hemmt sie in erster Linie den Eisprung.

Ist Monique dasselbe wie Moniq Gynial mono?

Viele suchen nach „Monique Pille“. Ein Präparat dieses Namens ist im österreichischen Arzneispezialitätenregister nicht eingetragen; gemeint ist vermutlich Moniq Gynial mono mit 75 Mikrogramm Desogestrel. Für eine Anfrage zählt die Schreibweise auf Ihrer Packung.

Was tun, wenn ich Moniq zu spät genommen habe?

Bemerken Sie es nach weniger als 12 Stunden, nehmen Sie die Tablette gleich ein und die nächste zur gewohnten Zeit. Nach mehr als 12 Stunden nehmen Sie die letzte vergessene Tablette ein und verhüten sieben Tage lang zusätzlich, etwa mit Kondom. Wurde in der ersten Einnahmewoche vergessen und gab es in der Woche davor Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich.

Bekomme ich mit Moniq noch meine Periode?

Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil ohne Pause eingenommen wird. Bei 20 bis 30 Prozent der Frauen kommen Blutungen öfter, bei etwa 20 Prozent seltener oder gar nicht, und bis zur Hälfte hat unregelmäßige Blutungen. Nach einigen Monaten werden sie tendenziell seltener.

Darf ich Moniq nehmen, wenn ich rauche?

Rauchen steht nicht in der Liste der Gegenanzeigen von Moniq Gynial mono. Bei Kombinationspillen ist das anders: Dort wird Frauen über 35, die weiterrauchen, zu einer anderen Methode geraten. Ob die Minipille für Sie passt, beurteilt der Arzt anhand aller Angaben.

Kann ich Moniq in der Stillzeit nehmen?

Ja, die Fachinformation sieht die Anwendung in der Stillzeit vor. Ein kleiner Teil des Wirkstoffs gelangt in die Milch, und in seltenen Fällen wurde eine geringere Milchmenge beobachtet. Beginnen können Sie nach einer Geburt zwischen dem 21. und dem 28. Tag.