Lippenherpes: warum er wiederkommt und was hilft

Erst spannt und kribbelt die Lippe, dann kommen die Bläschen: Lippenherpes, in Österreich meist Fieberblase genannt, ist die Rückkehr eines Virus, das nach der ersten Ansteckung im Körper bleibt. Diese Seite erklärt den Ablauf, was aus der Apotheke wirkt, wann Tabletten sinnvoll sind, was hinter Herpes im Mund stecken kann und wann Herpes zum Notfall wird.

Woran erkennen Sie Lippenherpes?

Lippenherpes kündigt sich fast immer an, bevor man etwas sieht: Die Stelle kribbelt, spannt, brennt oder juckt, oft mehrere Stunden lang. Danach entstehen, laut Gesundheitsportal meist rund 24 Stunden später, kleine, dicht stehende Bläschen auf gerötetem Grund, meist am Übergang zwischen Lippenrot und Haut. Die Bläschen platzen, es bildet sich eine gelbliche Kruste, die nach einigen Tagen abfällt.

Ohne Behandlung dauert es laut Gesundheitsportal etwa ein bis zwei Wochen, bis die Bläschen abgeheilt sind; die Schmerzen lassen meist schon nach den ersten 24 Stunden deutlich nach, und sichtbare Narben bleiben in der Regel nicht zurück. Begleitend können die Lymphknoten am Hals leicht anschwellen. Die erste Ansteckung, meist schon im Kindesalter, verläuft laut Gesundheitsportal häufig ganz ohne Beschwerden; treten welche auf, sind sie meist stärker ausgeprägt, etwa mit zahlreichen entzündeten Stellen im Mund, Fieber und geschwollenen Lymphknoten.

Verwechselt wird Lippenherpes am häufigsten mit einer eingerissenen Mundwinkelrhagade, mit einer Impetigo-Infektion durch Bakterien, die honiggelbe Krusten bildet und sich rasch ausbreitet, und mit einer allergischen Reaktion auf Lippenpflege. Wiederkehrende wunde Stellen im Mundinneren sind häufig Aphthen und keine Herpesbläschen; wie Sie die beiden unterscheiden, steht weiter unten.

Warum kommt Lippenherpes immer wieder?

Verantwortlich ist meist das Herpes-simplex-Virus Typ 1. Nach der ersten Infektion zieht es sich in die Nervenknoten des Gesichts zurück und bleibt dort lebenslang. Es wird also nicht neu erworben, sondern von Zeit zu Zeit reaktiviert und wandert entlang des Nervs zur Haut.

Als Auslöser nennen Gesundheitsportal und IQWiG vor allem Erkältungen und Fieber, starke Sonneneinstrahlung im Sommer wie im Schnee, kleine Verletzungen und Risse an den Lippen, ärztliche Eingriffe oder Hautbehandlungen an der betroffenen Stelle, die Menstruation und andere hormonelle Schwankungen, körperliche Anstrengung und Stress. Wer seine Auslöser kennt, kann versuchen, sie zu meiden: Das Gesundheitsportal rät bei Neigung zu Fieberblasen zu einem Lippenbalsam mit Lichtschutzfaktor und zum Verzicht auf lange Sonnenbäder.

Wie oft es zu einem Rückfall kommt, ist sehr unterschiedlich. Laut Gesundheitsportal bekommen etwa 20 bis 40 von 100 Infizierten irgendwann Fieberblasen. Wer betroffen ist, hat laut IQWiG meist ein- bis zweimal im Jahr einen Ausbruch, etwa 5 bis 10 von 100 Betroffenen mehr als fünfmal. Häufige und schwere Rückfälle sind ein Grund, ärztlich nach begünstigenden Faktoren zu suchen, etwa nach einer Immunschwäche oder einer Erkrankung, die dauerhaft mit immununterdrückenden Arzneimitteln behandelt wird.

Herpes im Mund: Fieberblase, Mundfäule oder Aphthe?

Eine Fieberblase sitzt meist am Rand der Lippe. Die Bläschen können sich aber auf die Mundschleimhaut ausbreiten, eine Fieberblase im Mund ist also möglich. Hinter wunden Stellen im Mund können drei verschiedene Dinge stecken, die sich unterschiedlich verhalten:

  • Wiederkehrender Herpes: Bläschen einzeln oder in Gruppen, oft mit Kribbeln oder Brennen vorweg, meist an der Lippe und manchmal auf die Mundschleimhaut übergreifend. Die Flüssigkeit in den Bläschen ist ansteckend.
  • Erste Ansteckung mit dem Herpesvirus, als Gingivostomatitis herpetica oder umgangssprachlich Mundfäule bezeichnet: vor allem bei Kleinkindern, seltener bei jungen Erwachsenen. Typisch sind zahlreiche schmerzhafte, entzündete Stellen an Gaumen, Mundschleimhaut und Zahnfleisch, Fieber, geschwollene Lymphknoten, Schwierigkeiten beim Essen, Trinken und Schlucken und oft fauliger Mundgeruch. Sie kann sich auch als Rachen- oder Mandelentzündung zeigen. Bei starken Schmerzen oder Problemen beim Schlucken, Essen oder Sprechen ist laut Gesundheitsportal ärztliche Hilfe wichtig, auch bei Kindern.
  • Aphthen: runde oder ovale, schmerzhafte Stellen mit milchig-weißem Belag und rotem Rand an Wangen, Innenseite der Lippen, Gaumen, Zunge oder Zahnfleisch. Sie sind nicht ansteckend und heilen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen von allein ab. Eine seltene Form, die herpetiformen Aphthen, sieht Herpesbläschen ähnlich. Ärztlich abklären sollten Sie Aphthen laut Gesundheitsportal, wenn sie nach 14 Tagen nicht besser werden, sehr groß oder zahlreich sind, immer wiederkommen, auch im Genitalbereich auftreten oder wenn Fieber oder geschwollene Lymphknoten dazukommen.

Was hilft ohne Rezept aus der Apotheke?

Für die äußerliche Behandlung gibt es Cremes mit den virushemmenden Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir, eine Creme mit Docosanol und eine Buccaltablette mit Aciclovir, die am Zahnfleisch haftet. Der Rezeptstatus hängt vom Präparat ab: Fenivir, Aciclostad Fieberblasencreme, Aciclobene ratiopharm Fieberblasencreme, Activir, Erazaban und HerpesMed sind im Arzneispezialitätenregister rezeptfrei geführt, Zovirax 5 % Creme und Aciclovir 1A Pharma Creme dagegen rezeptpflichtig. Dazu kommen Herpespflaster, die die Stelle abdecken und schützen.

Virushemmende Cremes verkürzen einen Ausbruch laut IQWiG um ungefähr einen Tag; in klinischen Studien mit Fenivir heilten die Bläschen laut Fachinformation bis zu einen Tag früher als unter Placebo, und die Schmerzen hörten um 25 bis 30 Prozent rascher auf. Der Nutzen ist am größten, wenn die Anwendung in der Kribbelphase beginnt, also bevor die Bläschen zu sehen sind; das IQWiG nennt dafür die ersten 24 Stunden nach den ersten Anzeichen. Ein späterer Beginn im Bläschenstadium verkürzt laut Fachinformation von Fenivir aber noch Schmerzdauer und Abheilung. Anwendung und Dauer laut Fachinformation zeigt die Tabelle am Ende dieses Abschnitts.

Gegen die Schmerzen helfen laut Gesundheitsportal Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen, und manche Menschen empfinden es als angenehm, die Stelle mit einem kalten, nassen Tuch zu kühlen. Wichtig ist der Verzicht auf Manipulation: Nicht kratzen, nicht aufstechen, die Kruste nicht ablösen. Tragen Sie die Creme mit einem Wattestäbchen auf und waschen Sie danach die Hände, denn die Flüssigkeit in den Bläschen enthält Viren.

Wichtig ist die Zeit der Ansteckung: Ab dem Kribbeln bis zum vollständigen Abheilen der Kruste können Sie das Virus übertragen. In dieser Zeit gilt kein Küssen, kein Teilen von Gläsern und Besteck, kein Kontakt mit Neugeborenen und kein Oralverkehr, weil so eine Herpesinfektion im Genitalbereich entstehen kann. Kontaktlinsenträger sollten die Linsen nicht mit den Fingern berühren, mit denen sie die Lippe behandelt haben.

Eine Kortisoncreme allein gehört nicht auf eine Fieberblase: Die Fachinformation von Soventol Hydrocortisonacetat nennt etwa Virusinfektionen wie Herpes simplex als Gegenanzeige. Anders ist es bei Activir Duo, einer festen Kombination von Aciclovir mit Hydrocortison: Sie ist für die ersten Anzeichen eines wiederkehrenden Lippenherpes bei Menschen mit intaktem Immunsystem zugelassen, wird höchstens fünf Tage angewendet und nicht unter einem Herpespflaster.

Präparat (Wirkstoff)Anwendung laut FachinformationDauer und Hinweise
Fenivir Fieberblasencreme (Penciclovir)tagsüber alle 2 Stunden, über 12 Jahren4 Tage
Aciclostad Fieberblasencreme (Aciclovir)5-mal täglich im Abstand von etwa 4 Stunden, nachts nicht5 Tage, wenn nötig weitere 5 Tage
Activir Duo Creme (Aciclovir und Hydrocortison)5-mal täglich, etwa alle 3 bis 4 Stunden, ab 12 Jahren, nur bei intaktem Immunsystem5 Tage, nicht länger; nicht mit Herpespflastern kombinieren
Erazaban Creme (Docosanol)5-mal täglich, etwa alle 3 Stunden im Wachzustand, ab 12 Jahrenbis zur Abheilung, meist 4 bis 6 Tage, höchstens 10 Tage; Wirkung nur bei Beginn im Frühstadium belegt
HerpesMed 50 mg Buccaltablette (Aciclovir)einmal pro Episode auf das obere Zahnfleisch über dem zweiten Schneidezahn, für Erwachsene mit häufigen Episodeneine einzige Anwendung, sobald erste Anzeichen auftreten

Creme oder Tabletten: was hilft gegen Fieberblasen?

Eine Fieberblase heilt bei sonst gesunden Menschen meist von allein ab; eine ärztliche Behandlung ist laut Gesundheitsportal in der Regel nicht erforderlich, besonders bei milden Beschwerden und nur gelegentlichen Fieberblasen. Wer behandeln möchte, hat zwei Wege, und für beide gilt: je früher, desto besser, am besten schon in der Kribbelphase.

Ob Tabletten bei sonst gesunden Menschen mehr leisten als eine Creme, ist laut IQWiG unklar; das Gesundheitsportal stuft äußerliche Mittel als vermutlich etwas weniger wirksam ein. Der Vorteil der Tabletten liegt in der einfacheren Anwendung, und bei geschwächtem Immunsystem ist ihr Nutzen deutlich größer. Cremes sind laut Gesundheitsportal auch dann eine Möglichkeit, wenn Tabletten wegen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln nicht eingenommen werden dürfen.

MerkmalCreme oder GelTabletten zum Schlucken
Rezeptje nach Präparat rezeptfrei oder rezeptpflichtigimmer rezeptpflichtig
Anwendungtagsüber etwa alle 2 bis 4 Stunden, je nach Präparat meist 4 bis 5 Tageje nach Wirkstoff: Aciclovir laut Fachinformation fünfmal täglich über fünf Tage, Valaciclovir gegen Lippenherpes zweimal an einem einzigen Tag
Wirkung in StudienAusbruch um ungefähr einen Tag kürzerKrankheitsdauer ebenfalls um etwa einen Tag kürzer
vor allem fürgelegentliche, leichte bis mittlere FieberblasenImmunschwäche, sehr schmerzhafte oder sehr häufige Fieberblasen

Valaciclovir und andere Tabletten bei häufigem Lippenherpes

Tabletten zum Schlucken mit Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir sind in Österreich ausnahmslos rezeptpflichtig und kommen infrage, wenn die Episoden häufig, ausgedehnt oder sehr schmerzhaft sind, wenn große Flächen des Gesichts betroffen sind, wenn ein geschwächtes Immunsystem vorliegt oder wenn eine Neurodermitis besteht, bei der sich das Virus großflächig ausbreiten kann.

Auch hier gilt der frühe Beginn: Der Nutzen ist am größten in den ersten Stunden nach den ersten Anzeichen. Für Valaciclovir nennt die Fachinformation von Valtrex bei Lippenherpes für Erwachsene und Jugendliche zweimal 2000 mg an einem einzigen Tag: die zweite Einnahme etwa zwölf Stunden nach der ersten, frühestens nach sechs Stunden, und nicht länger als einen Tag, weil eine längere Einnahme keinen zusätzlichen Nutzen gezeigt hat. Begonnen wird bei den ersten Zeichen wie Kribbeln, Jucken oder Brennen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Dosis angepasst, und auf ausreichendes Trinken ist zu achten. Die Tabletten sind laut Gesundheitsportal in der Regel gut verträglich; zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen. Mehr zum Wirkstoff unter Valaciclovir.

Bei sehr häufigen Rückfällen kann eine über Wochen oder Monate laufende vorbeugende Einnahme erwogen werden; für die Unterdrückung wiederkehrender Herpes-simplex-Infektionen nennt die Fachinformation von Valtrex einmal täglich 500 mg und eine erneute Beurteilung nach sechs bis zwölf Monaten. Wie gut eine solche Dauereinnahme speziell vor Lippenherpes schützt, ist laut IQWiG kaum untersucht. Ob sie sinnvoll ist, ist eine ärztliche Entscheidung, die Nierenfunktion, Begleitmedikation und Schwangerschaft berücksichtigt.

Vor jeder Verordnung wird erfasst, wie oft die Episoden auftreten, wie sie verlaufen, welche anderen Erkrankungen bestehen und welche Arzneimittel Sie einnehmen.

Warnzeichen: wann Herpes zum Notfall wird

Suchen Sie sofort augenärztliche Hilfe, wenn Bläschen am Augenlid, in der Umgebung des Auges oder an der Nasenspitze auftreten und wenn Augenschmerzen, Lichtscheu, Tränen oder verschwommenes Sehen dazukommen. Eine Beteiligung der Hornhaut kann das Sehvermögen dauerhaft schädigen und gehört nicht selbst behandelt.

Ebenso dringlich sind: rasch ausbreitende Bläschen über Gesicht und Körper, besonders bei Neurodermitis, hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Verwirrtheit oder Krampfanfälle. Bei Neugeborenen und Säuglingen ist jede Herpesinfektion ein Grund, ohne Verzögerung ärztliche Hilfe zu suchen; halten Sie Kinder in den ersten Lebenswochen von aktiven Bläschen fern.

Bei Menschen unter Chemotherapie, nach Transplantation oder mit bekannter Immunschwäche gehört bereits eine gewöhnliche Episode ärztlich beurteilt. Ärztlichen Rat brauchen Sie laut Gesundheitsportal außerdem, wenn sich die Beschwerden nach zehn Tagen nicht von selbst bessern, wenn sich die Bläschen großflächig ausbreiten, starke Schmerzen bereiten oder Probleme beim Schlucken, Essen oder Sprechen machen, wenn die Umgebung stark gerötet, überwärmt oder geschwollen ist oder wenn sich Eiter bildet. Wenden Sie sich in diesen Situationen an eine Ordination, außerhalb der Öffnungszeiten an die Notaufnahme eines Spitals oder wählen Sie bei Bewusstseinsstörung und Krampfanfall den Notruf 144.

Ansteckung: wie lange ist Lippenherpes ansteckend?

Ansteckend sind Sie ab den ersten Anzeichen und so lange, bis die Kruste vollständig abgefallen und die Haut geschlossen ist, in der Regel also etwa ein bis zwei Wochen. Am höchsten ist die Virusmenge im Bläschenstadium, wenn die Flüssigkeit austritt.

Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt: Küssen, gemeinsames Trinkgefäß, Handtuch, Lippenpflegestift sowie über die eigenen Finger auf andere Körperstellen. Das ist der Grund für die konsequente Handhygiene und dafür, nach dem Abheilen Lippenpflegestift und Zahnbürste zu wechseln. Wer das Virus HSV-1 bereits trägt, kann sich laut Gesundheitsportal nicht erneut damit anstecken; eine Ansteckung mit HSV-2, das vor allem Genitalherpes auslöst, ist aber möglich. Mehr dazu unter Genitalherpes.

Auch ohne sichtbare Bläschen ist eine Ausscheidung des Virus möglich, allerdings in geringerem Ausmaß. Ein vollständiger Schutz vor Übertragung existiert deshalb nicht, und angesichts der weiten Verbreitung des Virus in der Bevölkerung ist das für gesunde Erwachsene auch kein Grund zur Sorge. Anders ist es bei Neugeborenen und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem: Ihnen gegenüber gilt konsequenter Abstand, bis alles verheilt ist.

Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Für Ihren konkreten Fall bleibt die ärztliche Einschätzung maßgeblich, nicht dieser Beitrag.

Was hilft gegen Fieberblasen?

Bei den ersten Anzeichen eine virushemmende Creme, laut IQWiG am besten in den ersten 24 Stunden, gegen Schmerzen Paracetamol oder Ibuprofen und, wenn es angenehm ist, Kühlen mit einem kalten, nassen Tuch. Die Bläschen nicht berühren und die Kruste nicht abkratzen. Bei sehr häufigen oder sehr schmerzhaften Fieberblasen und bei geschwächtem Immunsystem kommen rezeptpflichtige Tabletten infrage. Bessern sich die Beschwerden nach zehn Tagen nicht, ist ärztlicher Rat nötig.

Ist Herpes im Mund ansteckend?

Herpesbläschen im Mund oder an der Lippe sind ansteckend, besonders solange Flüssigkeit austritt; übertragen wird das Virus durch Küssen, Speichel und gemeinsam benutzte Gegenstände. Aphthen, die oft mit Herpes im Mund verwechselt werden, sind dagegen nicht ansteckend.

Wirkt Zahnpasta gegen Lippenherpes?

Nein. Zahnpasta trocknet die Stelle aus und reizt die ohnehin entzündete Haut, sie wirkt aber nicht gegen das Virus. Virushemmende Cremes können den Ausbruch laut IQWiG um ungefähr einen Tag verkürzen, wenn sie früh aufgetragen werden; Herpespflaster decken die Stelle zusätzlich ab.

Hilft Lysin oder Zink vorbeugend?

Die Studienlage zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Lippenherpes ist schwach; Lysin ist laut IQWiG kaum erforscht, ob es hilft, ist unklar. Wer Fieberblasen nach Sonne bekommt, kann laut IQWiG Sonnencreme oder eine gute Lippenpflege ausprobieren, und das Gesundheitsportal empfiehlt bei Neigung zu Fieberblasen einen Lippenbalsam mit Lichtschutzfaktor.

Darf ich mit Lippenherpes mein Kind küssen?

Solange Bläschen oder Krusten bestehen, sollten Sie darauf verzichten, besonders bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen. Für sie kann eine Herpesinfektion gefährlich verlaufen. Händewaschen vor jedem Kontakt und ein eigenes Handtuch sind in dieser Zeit Pflicht, und den Schnuller des Babys nehmen Sie nicht in den Mund.

Kann Lippenherpes geheilt werden?

Das Virus lässt sich nicht aus dem Körper entfernen; es verbleibt nach der ersten Infektion in den Nervenknoten. Behandelbar sind die einzelnen Episoden, und bei sehr häufigen Rückfällen kann eine ärztlich begleitete vorbeugende Behandlung erwogen werden; wie gut sie Ausbrüche verhindert, ist laut IQWiG kaum untersucht.

Bekomme ich online eine Verordnung für Aciclovir-Tabletten?

Bei häufigen oder ausgeprägten Episoden kann der Arzt nach Beurteilung Ihrer Angaben aus einem medizinischen Fragebogen Tabletten verordnen, ohne Video und ohne Telefonat; ein Anspruch darauf besteht nicht. Bei Beteiligung des Auges, bei ausgedehnter Ausbreitung, bei Immunschwäche und bei Säuglingen ist dieser Weg nicht geeignet; dort ist eine persönliche Untersuchung nötig.