Pille danach: Wirkung, Frist und Kosten
Die Pille danach verschiebt den Eisprung und senkt damit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach einer Verhütungspanne. In Österreich ist sie rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Diese Seite erklärt den Unterschied zwischen Levonorgestrel und Ulipristalacetat, die Fristen von 72 und 120 Stunden, die Kosten und die Frage, wann eine ärztliche Beurteilung sinnvoll ist.
Wie wirkt die Pille danach?
Die Pille danach wirkt über einen einzigen Mechanismus: Sie verzögert oder verhindert den Eisprung. Findet kein Eisprung statt, kann eine Eizelle auch nicht befruchtet werden. Genau daraus folgt alles Weitere, was für die Anwendung wichtig ist.
Daraus folgt erstens, dass der Zeitpunkt entscheidend ist. Je näher der Eisprung bereits gerückt ist, desto geringer wird die Wirksamkeit; nach dem Eisprung ist sie nicht mehr gegeben. Weil der Zyklus schwankt und der Eisprung sich nicht zuverlässig vorhersagen lässt, gilt die einfache Regel: so früh wie möglich einnehmen.
Daraus folgt zweitens, dass die Pille danach keine Schwangerschaft beendet. Ist es bereits zur Einnistung gekommen, hat sie keinen Effekt, und sie schadet einer bestehenden Schwangerschaft nach heutigem Kenntnisstand auch nicht.
Drittens schützt sie nicht für den Rest des Zyklus. Nach der Einnahme braucht es bis zur nächsten Regelblutung eine zusätzliche Barrieremethode. Und viertens schützt sie nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Levonorgestrel oder Ulipristalacetat: bis wann wirken sie?
Es gibt zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichem Zeitfenster. Levonorgestrel wird bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr angewendet, Ulipristalacetat bis zu 120 Stunden. Beide werden als einmalige Tablette eingenommen.
Der Unterschied ist nicht nur die Frist. Ulipristalacetat hemmt den Eisprung auch dann noch, wenn die hormonelle Vorbereitung schon weiter fortgeschritten ist, und ist in diesem Zeitfenster wirksamer. Levonorgestrel ist dafür seit Jahrzehnten breit erprobt und gut verträglich. In beiden Fällen sinkt die Wirksamkeit mit jeder Stunde, die vergeht, weshalb die Frist eine Obergrenze ist und kein Planungshorizont.
Beide Wirkstoffe wirken nicht kombiniert. Wer bereits eine Tablette genommen hat, nimmt nicht zusätzlich die andere. Wichtig ist außerdem das Zusammenspiel mit der regulären Verhütung: Nach Ulipristalacetat wird mit dem Beginn oder der Fortsetzung einer hormonellen Verhütung fünf Tage zugewartet, weil sich die beiden Wirkprinzipien gegenseitig abschwächen. In dieser Zeit ist eine Barrieremethode nötig. Erbrechen Sie innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme, besprechen Sie in der Apotheke, ob die Dosis wiederholt werden muss.
Braucht man in Österreich ein Rezept für die Pille danach?
Nein. In Österreich sind beide Wirkstoffe seit 2009 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie brauchen dafür weder eine Ordination noch eine e-card noch eine Verschreibung, und Sie brauchen auch keine Begründung. Die Abgabe erfolgt nach einem kurzen Beratungsgespräch am Tresen, in dem Zeitpunkt des Verkehrs, Zyklus, weitere Arzneimittel und Vorerkrankungen angesprochen werden.
Das hat eine praktische Konsequenz für Angebote im Internet: Für die Pille danach ist ein Rezept in Österreich schlicht nicht nötig, und wir stellen dafür auch keines aus. Arzneimittel verkaufen und versenden wir grundsätzlich nicht; der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich ist nach Paragraf 59 Absatz 8 Arzneimittelgesetz ohnehin untersagt.
Der schnellste Weg führt also in eine Apotheke, nicht über ein Formular. Außerhalb der Öffnungszeiten hilft der Apotheken-Bereitschaftsdienst; welche Apotheke im Bezirk gerade Dienst hat, erfahren Sie über die Auskunft der Apothekerkammer oder über die Gesundheitsberatung 1450. Eine einzelne Apotheke nennen und verlinken wir bewusst nicht.
Was kostet die Pille danach und zahlt die Sozialversicherung?
Die Pille danach ist eine Selbstzahlerleistung. Eine Kostenübernahme durch die Sozialversicherung ist nicht vorgesehen, weil rezeptfreie Arzneimittel in Österreich grundsätzlich nicht erstattet werden. Das gilt in derselben Logik für die reguläre hormonelle Verhütung, die in Österreich ebenfalls privat bezahlt wird.
Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt vom Wirkstoff, vom Präparat und von der Apotheke ab. Ulipristalacetat liegt in der Regel über Levonorgestrel. Verlässliche Auskunft gibt Ihnen die Apotheke vor der Abgabe; wir nennen hier bewusst keine Preisspanne, die morgen nicht mehr stimmt.
Ein Kostenvergleich sollte in dieser Situation ohnehin nicht der erste Gedanke sein. Der Zeitverlust durch Nachfragen in mehreren Apotheken wiegt fachlich schwerer als eine Preisdifferenz, weil die Wirksamkeit mit jeder Stunde sinkt. Wer die Kosten dauerhaft senken will, tut das über eine geplante Verhütungsmethode und nicht über die Notfallvariante.
Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?
Die Verträglichkeit ist insgesamt gut. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und ein Spannungsgefühl in der Brust. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.
Häufig verschiebt sich außerdem die nächste Regelblutung um einige Tage nach vorne oder nach hinten, und es können Zwischenblutungen auftreten. Das ist eine erwartbare Folge des Eingriffs in den Zyklus und kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist.
Zwei Situationen gehören ärztlich abgeklärt. Bleibt die Regelblutung mehr als sieben Tage aus, ist sie ungewöhnlich schwach oder verläuft sie anders als sonst, machen Sie einen Schwangerschaftstest. Und treten starke, einseitige Unterbauchschmerzen auf, insbesondere einige Wochen nach der Einnahme, suchen Sie eine Ordination oder ein Spital auf: Eine Eileiterschwangerschaft muss ausgeschlossen werden. Bei starker Kreislaufreaktion oder Zeichen einer allergischen Reaktion gilt dasselbe.
Was die Wirkung abschwächen kann
Bestimmte Arzneimittel beschleunigen den Abbau der Wirkstoffe in der Leber und können die Notfallverhütung wirkungslos machen. Dazu zählen einige Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin und Primidon, das Antibiotikum Rifampicin, bestimmte Arzneimittel gegen HIV sowie Johanniskraut als pflanzliches Präparat. Diese Wechselwirkung wird in der Praxis oft übersehen, weil Johanniskraut frei verkäuflich ist und von vielen nicht als Arzneimittel wahrgenommen wird.
Wer eines dieser Präparate anwendet, sagt das in der Apotheke aktiv dazu, auch wenn nicht danach gefragt wird. In dieser Konstellation ist eine kupferhaltige Spirale als Notfallmethode zu besprechen; sie wird in einer gynäkologischen Ordination eingesetzt und ist die wirksamste Option innerhalb von fünf Tagen.
Diskutiert wird zudem der Einfluss des Körpergewichts auf die Wirksamkeit, vor allem bei Levonorgestrel. Die Datenlage dazu ist nicht einheitlich, gehört aber ins Beratungsgespräch, weil sie die Wahl des Wirkstoffs beeinflussen kann.
Wann ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll?
Die Notfallvariante ist eine Ausnahme und keine Methode. Wird sie mehrmals im Jahr gebraucht, ist das ein deutliches Zeichen, dass die reguläre Verhütung nicht zur Lebenssituation passt: falsches Präparat, Einnahmefehler, Unverträglichkeit oder eine Methode, die zu viel Disziplin verlangt.
Genau an dieser Stelle setzt unsere Leistung an, und zwar nach der akuten Situation, nicht in ihr. Für die laufende Empfängnisverhütung füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus: Vorerkrankungen, Migräne mit Aura, Thromboserisiko in der Familie, Rauchen, Blutdruck, weitere Arzneimittel. Ein Arzt prüft die Angaben, kann Unterlagen nachfordern und kann ablehnen. Es gibt dabei keine Videosprechstunde und kein Telefonat; die Beurteilung erfolgt asynchron anhand Ihrer Angaben.
Die Gebühr beträgt 24,90 Euro und deckt die ärztliche Beurteilung ab, nicht die Ausstellung eines Dokuments. Lehnt der Arzt aus medizinischen Gründen ab, wird sie rückerstattet. Werden angeforderte Unterlagen nicht nachgereicht, gilt die Konsultation als erbracht und eine Rückerstattung erfolgt nicht, wie in Paragraf 5 unserer Geschäftsbedingungen beschrieben.
Autor, fachliche Prüfung und Quellen
Fachlich geprüft von lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Stand der Prüfung: 29. August 2026.
Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt weder das Beratungsgespräch in der Apotheke noch eine persönliche Untersuchung. Für die Pille danach brauchen Sie in Österreich keine Verschreibung; wir stellen dafür keine aus und verkaufen keine Arzneimittel.
Bei starken Schmerzen, Kreislaufproblemen oder anderen beunruhigenden Beschwerden wenden Sie sich an eine Ordination, an die Gesundheitsberatung 1450 oder in einem Notfall an die Rettung unter 144. Ist die Apotheke geschlossen, hilft der Apotheken-Bereitschaftsdienst weiter.
Die Angaben zu Fristen, Wirkmechanismus, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stützen sich auf die veröffentlichten Fachinformationen der zugelassenen Präparate, auf die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur und auf das öffentliche Gesundheitsportal des Bundes. Preise nennen wir nicht, weil sie sich je nach Präparat und Apotheke ändern und eine veraltete Angabe irreführender wäre als gar keine. Wird eine Angabe in den Fachinformationen aktualisiert, überarbeiten wir diese Seite und passen das oben genannte Datum der Prüfung an.
Wie lange wirkt die Pille danach?
Das Zeitfenster hängt vom Wirkstoff ab: Levonorgestrel wird bis 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr angewendet, Ulipristalacetat bis 120 Stunden. Beide verschieben den Eisprung, weshalb die Wirksamkeit mit jeder Stunde sinkt und nach erfolgtem Eisprung nicht mehr gegeben ist. Die Frist ist also eine Obergrenze und kein Planungshorizont. Für den Rest des Zyklus besteht kein Schutz; bis zur nächsten Regelblutung ist eine Barrieremethode nötig.
Was kostet sie?
Die Pille danach ist eine Selbstzahlerleistung, weil rezeptfreie Arzneimittel in Österreich nicht von der Sozialversicherung erstattet werden. Der Betrag hängt von Wirkstoff, Präparat und Apotheke ab, wobei Ulipristalacetat in der Regel über Levonorgestrel liegt; die Apotheke nennt Ihnen den Preis vor der Abgabe. Ein Preisvergleich über mehrere Apotheken kostet Zeit, und Zeit ist hier der Faktor, der die Wirksamkeit bestimmt.
Brauche ich ein Rezept?
Nein. In Österreich sind beide Wirkstoffe seit 2009 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, ohne Ordination, ohne e-card und ohne Begründung. Die Abgabe erfolgt nach einem kurzen Beratungsgespräch, in dem Zeitpunkt des Verkehrs, Zyklus, Vorerkrankungen und weitere Arzneimittel angesprochen werden. Wir stellen für die Pille danach keine Verschreibung aus und versenden keine Arzneimittel; der schnellste Weg führt in eine Apotheke.
Welche Nebenwirkungen hat sie?
Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Brustspannen; die Beschwerden klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab. Häufig verschiebt sich zudem die nächste Regelblutung, und Zwischenblutungen sind möglich. Bleibt die Blutung mehr als sieben Tage aus oder ist sie ungewöhnlich schwach, machen Sie einen Schwangerschaftstest. Bei starken einseitigen Unterbauchschmerzen suchen Sie eine Ordination oder ein Spital auf.
Wann ist eine Beratung sinnvoll?
Immer dann, wenn die Situation nicht eindeutig ist: bei Arzneimitteln, die die Wirkung abschwächen, etwa Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin oder Johanniskraut, bei mehrmaligem Bedarf im Jahr, bei unklarem Zyklus oder wenn die reguläre Verhütung nicht passt. Für die laufende Empfängnisverhütung bieten wir eine ärztliche Beurteilung anhand eines Fragebogens für 24,90 Euro an, ohne Videosprechstunde und ohne Telefonat, mit den Rückerstattungsregeln aus Paragraf 5.