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Cetirizin: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen

Cetirizin ist ein Antihistaminikum der zweiten Generation und wird bei allergischen Beschwerden angewendet, etwa bei Heuschnupfen, ganzjährigem allergischem Schnupfen und Nesselsucht. Der Wirkstoff blockiert die Wirkung von Histamin und lindert damit Niesen, Fließschnupfen, Juckreiz und tränende Augen. In Österreich ist Cetirizin rezeptfrei und in jeder Apotheke ohne Verordnung erhältlich. Sie brauchen dafür also weder ein Rezept noch eine kostenpflichtige ärztliche Beurteilung. Diese Seite ist eine reine Information und ersetzt weder die Gebrauchsinformation noch die Beratung in der Apotheke.

Wofür wird Cetirizin angewendet?

Cetirizin wird bei Beschwerden angewendet, die durch eine allergische Reaktion vom Soforttyp entstehen. Dazu zählen der saisonale allergische Schnupfen, also Heuschnupfen, der ganzjährige allergische Schnupfen etwa bei Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergie, die begleitende allergische Bindehautentzündung mit juckenden, tränenden Augen sowie Nesselsucht mit Quaddeln und Juckreiz.

Der Wirkstoff besetzt die Histamin-H1-Rezeptoren und verhindert so, dass das bei der allergischen Reaktion freigesetzte Histamin andockt. Damit lassen Niesreiz, Fließschnupfen, Juckreiz und Quaddelbildung nach. Cetirizin gehört zur zweiten Generation der Antihistaminika, die das Gehirn schlechter erreichen und deshalb weniger müde machen als ältere Substanzen. Ganz frei von Müdigkeit ist auch diese Gruppe nicht.

Wichtig ist die Grenze der Selbstbehandlung. Cetirizin lindert Symptome, es behandelt die Allergie nicht ursächlich; dafür kommen Allergenkarenz und gegebenenfalls eine spezifische Immuntherapie infrage. Und es ist kein Notfallmittel: Bei Atemnot, Engegefühl im Hals, Schwellung von Zunge oder Rachen oder Kreislaufproblemen nach einem Insektenstich, einem Nahrungsmittel oder einem Arzneimittel wählen Sie den Notruf 144.

Nebenwirkungen von Cetirizin

Cetirizin gilt als gut verträglich. Berichtet werden vor allem Müdigkeit und Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel sowie Übelkeit. Die Müdigkeit ist geringer ausgeprägt als bei älteren Antihistaminika, betrifft aber einen Teil der Anwenderinnen und Anwender deutlich. In welche offizielle Häufigkeitskategorie ein Ereignis fällt, steht in der Gebrauchsinformation des Präparats, das Sie gekauft haben.

Daraus folgt ein praktischer Hinweis: Wer zum ersten Mal ein Antihistaminikum nimmt, sollte prüfen, wie er darauf reagiert, bevor er ein Fahrzeug lenkt, eine Maschine bedient oder auf einer Leiter arbeitet. Die Einnahme am Abend ist für viele die verträglichere Variante.

Nach dem Absetzen einer über längere Zeit eingenommenen Behandlung kann vorübergehend starker Juckreiz auftreten. Das ist beschrieben und meist selbstlimitierend, kann aber irritieren, wenn man es nicht kennt. Beenden Sie die Anwendung und holen Sie ärztlichen Rat ein bei einem Hautausschlag, der neu unter dem Präparat auftritt, bei Schwellungen im Gesicht, bei anhaltendem Erbrechen, bei sehr starker Benommenheit oder bei Auffälligkeiten wie Herzrasen.

Dosierung und Einnahme

Für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren beträgt die übliche Dosis eine Tablette zu 10 Milligramm täglich. Für Kinder gibt es eigene Darreichungsformen wie Tropfen oder Saft und entsprechend geringere Mengen; die passende Dosierung steht in der Gebrauchsinformation der jeweiligen Packung und wird Ihnen in der Apotheke erklärt. Nehmen Sie keine Erwachsenentablette geteilt für ein Kleinkind.

Die Einnahme ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich, mit ausreichend Wasser. Viele wählen den Abend, weil eine mögliche Müdigkeit dann weniger stört. Die Wirkung setzt üblicherweise rasch ein, oft schon nach etwa einer Stunde, und hält über den Tag an.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine geringere Menge oder ein größerer Abstand zwischen den Einnahmen nötig sein, weil der Wirkstoff überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird. Sprechen Sie das in der Apotheke oder in Ihrer Ordination an. Für die Selbstbehandlung gilt: Bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht, verschlimmern sie sich oder brauchen Sie das Mittel über Wochen dauerhaft, gehört die Ursache ärztlich abgeklärt, statt die Dosis eigenmächtig zu erhöhen.

Ist Cetirizin rezeptpflichtig?

Nein. Cetirizin ist in Österreich rezeptfrei und in jeder Apotheke ohne ärztliche Verordnung erhältlich. Für die Behandlung von Heuschnupfen, allergischem Schnupfen oder Nesselsucht brauchen Sie also weder ein Rezept noch eine kostenpflichtige Beurteilung, sondern nur die Beratung in der Apotheke, die zu Vorerkrankungen, Nierenfunktion und übriger Medikation gezielt nachfragen kann.

Wir sagen das ausdrücklich, weil es die ehrlichere Auskunft ist: Für ein rezeptfreies Präparat bieten wir keine kostenpflichtige ärztliche Beurteilung an. Eine Gebühr für ein Dokument, das Sie in der Apotheke gar nicht vorlegen müssen, wäre eine Zahlung ohne Gegenwert.

Etwas anderes gilt, wenn eine Ärztin oder ein Arzt im Einzelfall ein Antihistaminikum verordnet, etwa im Rahmen der Behandlung einer chronischen Nesselsucht. Dann gelten die üblichen Regeln für Kassen- oder Privatrezept. Und wenn hinter den Beschwerden mehr steckt als ein saisonaler Schnupfen, ist ohnehin die Abklärung in einer Ordination der richtige Schritt und nicht ein weiteres Präparat aus dem Regal.

Preis und Erstattung

Zu den Preisen einzelner Präparate machen wir hier keine Angaben; wir verkaufen keine Arzneimittel. Für rezeptfreie Arzneimittel gilt in Österreich: Sie bezahlen sie selbst, es fällt keine Rezeptgebühr an, und eine Erstattung durch die Sozialversicherung gibt es in der Regel nicht. Die Preise können sich zwischen Apotheken unterscheiden, ebenso zwischen Packungsgrößen und Darreichungsformen.

Wird ein Antihistaminikum im Einzelfall ärztlich verordnet und ist das Präparat im Erstattungskodex der Sozialversicherung gelistet, zahlen Sie stattdessen die gesetzliche Rezeptgebühr je Packung, deren Höhe jeweils mit Jänner angepasst wird. Wer die einkommensabhängige Obergrenze erreicht oder die Voraussetzungen erfüllt, kann bei der ÖGK oder dem zuständigen Träger eine Befreiung erwirken.

Wirtschaftlich lohnt bei einer Allergie, die jedes Jahr wiederkehrt, der Blick auf die Packungsgröße und auf die Frage, ob eine ursächliche Behandlung sinnvoll ist. Eine spezifische Immuntherapie ist aufwendiger, kann aber über Jahre den Bedarf an Symptommitteln senken. Das ist ein Thema für die Ordination, nicht für den Preisvergleich im Internet.

Wechselwirkungen und Alkohol

Cetirizin hat vergleichsweise wenige Wechselwirkungen, zwei Punkte sind aber wichtig. Erstens Alkohol: Er verstärkt eine mögliche Müdigkeit. Ein Verbot besteht nicht, doch wer unter dem Präparat ohnehin schläfrig wird, sollte auf Alkohol verzichten, besonders vor dem Autofahren. Dasselbe gilt für die Kombination mit dämpfenden Arzneimitteln wie Schlafmitteln oder Beruhigungsmitteln, deren Wirkung sich addieren kann.

Zweitens Theophyllin, ein Mittel gegen Asthma und COPD: Es kann die Ausscheidung von Cetirizin verlangsamen. Nennen Sie in der Apotheke Ihre gesamte Medikation und zeigen Sie Ihre e-card, damit die e-Medikation zur Prüfung herangezogen werden kann.

Ein dritter Punkt betrifft die Diagnostik statt die Sicherheit: Antihistaminika unterdrücken die Hautreaktion bei Allergietests. Ist ein Hauttest geplant, muss das Präparat einige Tage vorher abgesetzt werden, sonst fällt der Test falsch negativ aus. Wie lange genau, sagt Ihnen die Stelle, die den Test durchführt. Sagen Sie dort auch, wenn Sie in den vergangenen Wochen ein Antihistaminikum genommen haben.

Gegenanzeigen

Cetirizin darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Hydroxyzin oder gegen andere Piperazin-Derivate sowie gegen einen der sonstigen Bestandteile des Präparats. Ebenfalls nicht angewendet werden darf es bei schwerer Nierenfunktionsstörung im Endstadium; bei mittelgradiger Einschränkung ist eine Anpassung nötig.

Vorsicht ist geboten bei Epilepsie oder erhöhter Krampfneigung sowie bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa bei einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Rückenmarksschädigung, weil eine Harnverhaltung begünstigt werden kann. Auch ältere Menschen reagieren mitunter empfindlicher, unter anderem, weil die Nierenfunktion mit dem Alter abnimmt.

Für Kinder gilt die Altersgrenze der jeweiligen Darreichungsform; Tabletten sind erst ab einem bestimmten Alter geeignet, darunter kommen Tropfen oder Saft zum Einsatz. Manche Präparate enthalten Hilfsstoffe wie Laktose oder Sorbitol, die bei entsprechenden Unverträglichkeiten eine Rolle spielen. Die vollständige und verbindliche Liste steht in der Gebrauchsinformation Ihrer Packung; lesen Sie sie, bevor Sie zum ersten Mal ein neues Präparat anwenden.

Generikum und Originalpräparat

Cetirizin wurde ursprünglich als Markenpräparat eingeführt und ist heute von zahlreichen Herstellern als wirkstoffgleiches Präparat verfügbar. Alle müssen vor der Zulassung belegen, dass der Wirkstoff in vergleichbarer Menge und Geschwindigkeit im Blut ankommt wie beim Referenzpräparat. Der therapeutische Unterschied ist gering, die Preisunterschiede zwischen Packungen können deutlich sein.

Unterschiede gibt es bei der Darreichungsform, bei Hilfsstoffen, bei Geschmack und Färbung von Tropfen und Saft sowie bei der Packungsgröße. Für Kinder, für Menschen mit Schluckbeschwerden und für alle mit Unverträglichkeiten gegen bestimmte Hilfsstoffe ist das die eigentlich relevante Auswahl, nicht der Markenname.

Zu unterscheiden ist Cetirizin außerdem von Levocetirizin, dem wirksamen Spiegelbildanteil derselben Substanz, und von anderen Antihistaminika der zweiten Generation wie Loratadin oder Bilastin. Sie unterscheiden sich in Dosierung, Müdigkeit und Wechselwirkungen. Nehmen Sie nicht zwei davon gleichzeitig, in der Annahme, es wirke dann besser. Welches Präparat für Sie passt, klären Sie in der Apotheke.

Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Cetirizin nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke anwenden. Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Anwendung ausgeschlossen ist, wohl aber, dass die Entscheidung individuell getroffen gehört und nicht am Regal.

Das gilt besonders deshalb, weil allergische Beschwerden in der Schwangerschaft häufig sind und unbehandelt ebenfalls belasten: Schlafmangel durch nächtlichen Juckreiz und ein dauerhaft blockierter Nasenatem sind kein harmloser Zustand. Es geht also nicht um ein Verbot, sondern um eine bewusste Abwägung.

Bevor zu einer Tablette gegriffen wird, lohnen die einfachen Maßnahmen: Allergenkarenz, Nasenspülungen mit Kochsalzlösung, Pollenschutzgitter, abendliches Haarewaschen in der Pollensaison. Für örtlich wirkende Präparate wie Nasensprays oder Augentropfen gelten eigene Empfehlungen. Sprechen Sie in der Ordination oder in der Apotheke offen an, dass Sie schwanger sind oder stillen; nur dann kann die Beratung passen.

Wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Rezeptfrei bedeutet nicht harmlos in jeder Lage. Eine ärztliche Abklärung ist angebracht, wenn allergische Beschwerden zum ersten Mal auftreten und Sie den Auslöser nicht kennen, wenn sie trotz Behandlung über Tage nicht besser werden, wenn sie jedes Jahr länger dauern oder wenn Sie das Präparat über Wochen und Monate dauerhaft brauchen.

Hellhörig werden sollten Sie außerdem bei Husten, pfeifender Atmung oder Engegefühl in der Brust während der Pollensaison. Das kann der Beginn eines allergischen Asthmas sein, und dagegen hilft ein Antihistaminikum allein nicht. Nesselsucht, die länger als sechs Wochen immer wiederkehrt, gilt als chronisch und gehört ebenfalls abgeklärt, weil sie anders behandelt wird als ein saisonaler Schub.

Ein Notfall ist die schwere allergische Reaktion: Atemnot, Engegefühl im Hals, Schwellung von Zunge oder Rachen, Kreislaufschwäche oder Erbrechen kurz nach einem Insektenstich, einem Nahrungsmittel oder einem Arzneimittel. Wählen Sie dann den Notruf 144. Wer bereits eine solche Reaktion hatte und ein Notfallset besitzt, wendet es nach Anweisung an und ruft trotzdem die Rettung.

Gebrauchsinformation und Fachinformation

Verbindlich sind die Gebrauchsinformation in Ihrer Packung und die aktuelle Fachinformation des Herstellers. Dort stehen die vollständige Liste der Nebenwirkungen mit ihren offiziellen Häufigkeitskategorien, alle Gegenanzeigen, die Dosierungen für die einzelnen Altersgruppen und die Hinweise bei eingeschränkter Nierenfunktion. Weil Cetirizin von vielen Herstellern und in mehreren Darreichungsformen angeboten wird, unterscheiden sich Hilfsstoffe und Mengenangaben; lesen Sie den Zettel des Präparats, das Sie tatsächlich gekauft haben.

Die in Österreich zugelassenen Texte finden Sie im Arzneispezialitätenregister von AGES und BASG. Vermuten Sie eine Nebenwirkung, können Sie diese dort auch selbst melden. Beratung zu rezeptfreien Präparaten erhalten Sie in jeder Apotheke.

Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine individuelle Beratung. Sie ersetzt weder Untersuchung noch Diagnose. Bei anhaltenden oder erstmaligen allergischen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, außerhalb der Ordinationszeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 141. Bei Atemnot, Schwellung im Rachen oder Kreislaufproblemen wählen Sie 144 oder fahren in das nächste Spital.

Medizinisch geprüft von lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Stand der Prüfung: 29. August 2026.

Ist Cetirizin in Österreich rezeptpflichtig?

Nein. Cetirizin ist in Österreich rezeptfrei und in jeder Apotheke ohne ärztliche Verordnung erhältlich. Sie brauchen dafür weder ein Rezept noch eine kostenpflichtige ärztliche Beurteilung. Die Beratung in der Apotheke reicht aus und klärt die für Sie passende Darreichungsform, insbesondere bei Kindern und bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Wie schnell wirkt Cetirizin?

Die Wirkung setzt üblicherweise rasch ein, oft schon nach etwa einer Stunde, und hält über den Tag an, weshalb eine tägliche Einnahme genügt. Bei Heuschnupfen wirkt das Präparat am besten, wenn es regelmäßig über die Belastungszeit genommen wird, und nicht erst dann, wenn die Beschwerden bereits stark sind.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Berichtet werden vor allem Müdigkeit und Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Die offiziellen Häufigkeitskategorien stehen in der Gebrauchsinformation Ihres Präparats. Prüfen Sie vor dem Autofahren, wie Sie auf das Mittel reagieren. Bei neuem Hautausschlag, Schwellungen im Gesicht oder starker Benommenheit beenden Sie die Anwendung und holen ärztlichen Rat ein.

Darf man während der Behandlung Alkohol trinken?

Ein Verbot besteht nicht, Alkohol verstärkt aber die mögliche Müdigkeit. Wer unter Cetirizin ohnehin schläfrig wird, sollte darauf verzichten, besonders vor dem Autofahren oder vor dem Bedienen von Maschinen. Dasselbe gilt für die Kombination mit dämpfenden Arzneimitteln wie Schlaf- oder Beruhigungsmitteln.

Brauche ich für Cetirizin eine Online-Beurteilung?

Nein. Cetirizin ist rezeptfrei, deshalb bieten wir dafür keine kostenpflichtige ärztliche Beurteilung an; eine Gebühr für ein Dokument, das die Apotheke gar nicht verlangt, wäre eine Zahlung ohne Gegenwert. Sinnvoll ist eine ärztliche Abklärung dagegen, wenn Beschwerden erstmals auftreten, nicht besser werden, jedes Jahr länger dauern oder Atemwegssymptome hinzukommen.